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Experimente und neue Einsichten

Beitrag vom 29.06.2017 13:54 Uhr

Diesmal habe ich einige völlig neue Erkenntnisse und Vergleiche für Sie und würde mich freuen, wenn diese für Sie nützlich sind. ...   

Ich habe mir die Mühe gemacht, alle Brenner, die mir zur Verfügung standen, untereinander zu vergleichen und in identischen Versuchsanordnungen alle Vor- und Nachteile zu notieren. Die Ergebnisse meiner Forschungsreihe möchte ich Ihnen gerne nachstehend präsentieren.

 

Leider sind nicht alle Ergebnisse positiv:

  

Ich muss leider zuerst zugeben, in der Vergangenheit einen Fehler gemacht zu haben, indem ich Laserthermometer, allen voran natürlich das bei uns angebotene TFA Infrarot-Laser Thermometer zum Bemessen der Temperaturen am Brennkessel empfohlen habe.

 

 

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"TFA" Infrarot Thermometer "BEAM"  mit Laservisier (von -38° bis +365° Grad Celsius)

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TFA Infrarot Thermometer


Mit dem TFA Infrarot Thermometer BEAM können Sie hervorragend, schnell und sehr genau alle Temperaturen (zwischen -38° bis +365° Grad Celsius) ablesen.

Aufgrund unserer Erfahrungen eignet sich das Thermometer optimal zum Ablesen (fast) aller Temperaturen. Beispielsweise könnten Sie die Temperatur der Maische, Ihrer Herdplatte oder der Marmelade beim Einkochen messen.

 

  

ABER: Leider musste ich in meinem Test auch feststellen, dass sich das Thermometer nicht für glänzende Oberflächen eignet. Das ist ein Hinweis, den wir bislang in der Anleitung übersehen hatten und den uns ein freundlicher Kunde gemeldet hatte. Mit meinem Experiment wollte ich dem endgültig nachgehen.


FAZIT: Es ist nicht möglich, die Temperatur der Maische im Brennkessel von außen zu messen. Erstens, weil der Messstrahl am glänzenden Kessel reflektiert und dadurch das Ergebnis verfälscht und zweitens, weil die kühle Außenluft den Kessel wieder abkühlt.

Die besten Thermometer bei Destillatio:

 

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DER VERSUCHSAUFBAU

Ich habe mich zuerst mit einer Reihe an Thermometern bewaffnet. Dabei war das oben beschriebene TFA Infrarot Thermometer, mit dem ich allerlei Temperaturen abgeglichen und überprüft habe.
Dazu hatte ich unser günstiges Universalthermometer, das alle Temperaturen ebenfalls sehr genau angezeigt hatte und das alleine dadurch zum Preis-Leistungs-Sieger gekürt werden sollte, auch wenn ich bei diesem Test gar nicht die Thermometer, sondern die Brenner vergleichen wollte.

Zusätzlich benutzte ich das Feinthermometer der Marke Hecht, das wie erwartet alle Temperaturen höchst exakt anzeigte. Als besonderes Spielzeug und um die Temperaturen auch optisch festhalten zu können, montierte ich noch eine Infrarotkamera an meinem Telefon.

Auf dem Bild kann man den serienmäßig mitgelieferten Spiritusbrenner mitsamt des Kessels der Arabia Destille in Arbeit sehen. Sie sehen anhand der hellen Stellen sehr gut, wie der Spiritusbrenner den Brennkessel optimal aufheizt und es kaum Wärmeverluste gibt. Die Hitze ist da, wo sie sein soll!

Erste Erkenntnis:

Man kann sehen, dass der Kessel außen relativ kühl bleibt, obwohl das Wasser im Inneren heiß genug ist, um das halbe Thermometer zu erhitzen. Kupfer leitet zwar optimal, aber offensichtlich auch die kühle Außenluft!
Für die folgenden Versuche hatte ich mit einem Messbecher 400 ml Wasser abgemessen, mit dem Thermometer auf 10° Grad Wassertemperatur geprüft, einen nagelneuen 0,5 Liter Kupferkessel immer wieder auf 10° gekühlt, sowie ein iPad als Stoppuhr benutzt.

 

CopperGarden® Spiritusbrenner im Test

Im ersten Versuch hatten wir den einfachen, aber bereits 2015 verbesserten und seither serienmäßig bei allen CopperGarden® 0,5 Liter Tisch-Destillen mitgelieferten Spiritusbrenner überprüft und waren vom Ergebnis begeistert.

Trotz der einfachen Konstruktion und dem niedrigen Verbrauch von nur wenigen ml Brennspiritus brachte der Brenner unseren Testkessel schon nach 12 Minuten und 4 Sekunden zum Überkochen.

Auf dem oberen Bild mit der Wärmekamera kann man auch sehen warum. Der Brenner bringt die Temperatur genau an die richtige Stelle ohne Verluste.

FAZIT: So gesehen ist der Spiritusbrenner sicher der Preis-Leistungs-Sieger bei den Brennern, zumal er ja serienmäßig mitgeliefert wird.

 

80 Gramm Brennpaste aus der Dose

Im zweiten Test haben wir den Spiritusbrenner gegen eine 80 Gramm Dose handelsüblicher Brennpaste getauscht, wie wir sie ebenfalls bei Destillatio anbieten und gelegentlich selber benutzen.

Um gleiche Chancen zu gewährleisten, haben wir den Kessel vorher im Wasser auf 10° Grad heruntergekühlt, gewaschen und erneut mit 400 ml Wasser befüllt.

Hier ist das Bild mit der Wärmekamera bezeichnend, denn man kann sehr gut erkennen, wie die Paste zwar eine deutlich breitere Flamme entwickelt, das eigentliche Temperaturzentrum aber unten am Boden liegt. Auch werden Ständer und Boden deutlich mehr erhitzt. Ein Teil der verfügbaren Energie wird an einer für uns ungünstigen Stelle in Wärme gewandelt.

Aufgrund der breiteren Flamme schafft es die Brennpaste trotzdem, unsere 400 ml Wasser nach 11 Minuten und 52 Sekunden bis zum Überkochen aufzuheizen.

FAZIT: . Brennpaste ist eine funktionierende, aber etwas verschwenderische und vielleicht sogar gefährliche Lösung. Bei Gelegenheit muss ich den Test nochmal mit einem Brennpastenbrenner wiederholen. Dann wird die Temperatur vielleicht zielgerichteter nach oben gelenkt.

CICO - der italienische Espressokocher

Im dritten Versuch stellen wir um auf elektrisch. Der Kessel steht nun auf der 450 Watt starken Mini Kochplatte CICO mit 10 cm Durchmesser des italienischen Herstellers Ardes.
Das Wärmebild zeigt die zu erwartenden Wärmeverluste, weil der Kessel etwas kleiner als die Platte ist. Die Platte bringt den Kesselinhalt trotzdem zuverlässig in 11 Minuten und 48 Sekunden zum Kochen.
FAZIT: Somit ist die Cico unser Preis-Leistungs-Sieger unter den elektrischen Kochplatten und übertrumpft den original Spiritusbrenner an Bequemlichkeit und Sicherheit, aber auch an Geschwindigkeit, wenn auch nur um 16 Sekunden.

Rommelsbacher Reisekochplatte

 Die Rommelsbacher Reisekochplatte geht gleich mit 500 Watt Leistung konzentriert auf einen Brennerdurchmesser von nur 8 cm ins Rennen. Dadurch passt der Durchmesser besser zu dem kleinen Kessel, was man an der kürzeren Zeit des Aufheizens deutlich sehen kann.

Mit 10 Minuten und 21 Sekunden bricht die Rommelsbacher Kochplatte hier alle vorherigen Rekorde
Kupfer schmieden

Ikea Ceran Kochfeld Lagan 1,2 KW

Das Ikea Ceran Kochfeld Lagan benötigt zwar stolze 1,2 KW, also deutlich mehr als das doppelte der Rommelsbacher oder der Cico Kochplatte, benötigt aber wegen deutlicher Übertragungsverluste doch noch länger als die Rommelsbacher Reisekochplatte.

Fazit: Bei 10 Minuten und 40 Sekunden ist die Platte zwar funktionell, aber doch eher ein Energieverschwender. Wäre die Platte nicht ohnehin in der Küche verbaut, hätte ich sie auch nicht in Erwägung gezogen. Bei meinem Test fand ich es aber dann doch auch interessant zu sehen, wie sich eine normale Kochplatte gegen die durch uns verkauften Mini-Brenner schlägt.

Der eigentliche Gewinner aufgrund der tatsächlichen Effizienz und Leistung in meinem Vergleichstest wäre also die Rommelsbacher Reisekochplatte. Trotzdem möchte ich nicht verschweigen, dass die Cico mit ihrem seitlichen Griff und dem praktisch zu erreichenden An- und Ausschalter durchaus auch zusätzliche Vorteile aufweist. Und dann war da noch ...

Kupfer schmieden

 ... der BioLite Brenner

 Der Biolite Brenner wird hier nur noch spaßeshalber aufgeführt. Mit seiner irren Leistung brachte er den Kessel unter identischen Bedingungen schon nach 4 Minuten und 14 Sekunden zum Kochen.

Auch hier war der verwendete Brennkessel mit 0,5 L eher zu klein, sodass wir deutliche und während des Aufheizvorgangs gut sichtbare Wärmeverluste zu verzeichnen hatten. Immerhin loderten die Flammen wild links und rechts am Kessel vorbei und wir hatten den Kessel während des Versuchs sicherheitshalber ins Freie getragen.

Das bei Minute 4:14 überkochende Wasser löschte dann auch gleich einen Großteil des Feuers, sodass ich den Brenner ohne Risiko zurück in die Küche tragen konnte.

Der Hersteller verspricht, dass der BioLite Brenner mit dem passenden Kessel einen Liter Wasser mit nur 50 Gramm Holz in nur drei Minuten aufheizen könnte. Ich selber habe deswegen unterwegs zum Kaffeekochen immer einen im Auto liegen, aber zum Destillieren mit einer 0,5 Liter Destille würde ich ihn nicht empfehlen.

Schreiben Sie mir ...

Ich habe Ihnen jetzt schon so oft etwas schreiben dürfen, vielleicht möchten Sie mir auch einmal etwas schreiben. Ich freue mich jedenfalls über Ihre Verbesserungsvorschläge, Tipps, Ideen und Hinweise.

Ich möchte gerne verhindern, dass wir eines Tages an sogenannter Betriebsblindheit leiden und mich gerne um Themen kümmern, die Sie als meine Leser und Kunden wirklich interessieren.

Auch die Experimente, die ich Ihnen heute beschrieben habe, hatte ich aufgrund verschiedener Kundenanfragen gestartet. Unser Ziel ist es ja, die beste Firma der Welt zu sein - und dazu gehören Sie, die besten Kunden der Welt. Nur durch Ihre Hilfe können wir täglich besser werden.

Vielen Dank, dass Sie dabei sind. Ich verbleibe bis zum nächsten Mal mit geistvollen Grüßen

Ihr Kai Möller & das Destillatio Team

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