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Kupfer auf Hochglanz polieren?

Beitrag vom 19.01.2015 16:31 Uhr

Immer wieder erreichen uns Anfragen nach der besten Methode um angelaufenes Kupfer wieder auf den ursprünglichen Kupferglanz zu polieren.  Damit ich Ihnen hier wirklich die beste Empfehlung geben kann, habe ich mir die Mühe gemacht 17 unterschiedliche Produkte auszuprobieren und miteinander zu vergleichen. Dieser Blogartikel ist deswegen dem Polieren von Kupfer gewidmet. Die überaschenden Ergebnisse meiner Versuche finden Sie weiter unten.

Kupfer polieren

 

Kupfer in drei verschiedenen Alterszuständen

 

   Zuerst möchte ich Ihnen grundsätzliches über Kupfer verraten. Kupfer ist ein sehr lebendiges Metall mit einigen besonderen Eigenschaften. Beispielsweise ist Kupfer ein weiches Metall das bei allzu brutaler Behandlung mit härteren Materialien leicht zerkratzt. Außerdem ist Kupfer ein Meister im Selbstschutz. Im Gegensatz zum Eisen kann Kupfer nicht rosten. Kupfer bildet an der Luft schnell eine dunkle Patina und schützt sich dadurch selbst vor Witterung und Verfall.

 

   Wenn Sie es gut mit Ihrem Kupfer meinen, dann lassen Sie es einfach anlaufen und erfreuen Sie sich an den sichtbaren dunkelbraunen bis hellgrünen Spuren des Lebens. Auf dem Bild oben können Sie sehen wie Kupfer sich innerhalb weniger Jahre farblich verändern kann.

 

   Alternativ kann Kupfer aber auch wunderschön im blanken Glanz erstrahlen. Man sollte nur wissen, dass man mit jeder Politur, einen winzigen Teil der Oberfläche entfernt, und das Kupfer durch zu häufiges polieren dünner wird! Wie bei einem Autolack, dem häufiges polieren mehr schadet als wenn man das Auto gar nicht waschen würde. Um den Lack zu schützen wird daher nach einer Reinigung mit Wachs versiegelt. Gleiches würde ich Ihnen mit Ihrem Kupfer auch empfehlen. Erst reinigen, dann konservieren.  

 

Wie bringt man Kupfer wieder auf Hochglanz?

 

Angelaufener Kupferkessel mit allerlei Polituren

 

   Ich habe als Versuchsobjekt einen relativ stark angelaufenen Kupferkessel verwendet. Der Kessel wurde in den letzten Jahren als Blumentopf verwendet und war entsprechend gleichmäßig rundherum oxidiert.  Dann habe ich 17 verschiedene Mittel auf einen feuchten Lappen aufgetragen und jeweils 30 Sekunden lang mit etwas Druck poliert. Auf den Fotos können Sie sehen welche Flächen ich mit welchem Mittel in 30 Sekunden auspolieren konnte. Ich habe die polierten Stellen mit einem Permanent Marker beschriftet damit man das auch später noch sicher unterscheiden kann.

 

Welches Mittel ist am besten?

 

Welches Mittel poliert am besten?

 

   Wir haben vier eindeutige Gewinner. Und dazu jede Menge ebenso eindeutige Verlierer. Überraschend ist das fast alle angeboteten gekauften Kupferpolituren keinen Effekt zeigten, jedenfalls nicht bei der Reinigung. Leider auch nicht die durch uns vertriebene HG Politur. Bitter für mich als Händler, denn wir haben noch einen großen Vorrat davon am Lager.

   Ich möchte nicht die Polituren den anderen Marken schlecht machen! Auch aus Angst vor Abmahnungen beschränke ich mich auf die vier Gewinner.

 

Platz 1 hat sich die leider sehr teuere Metall-Reinigungspaste von Schliessmann verdient. Mit dieser Paste gelang es mir den größten Flecken freizupolieren. Das Kupfer hatte danach einen leicht matten aber echten Kupferglanz der voraussichtlich auch eine Weile erhalten bleiben wird da die Oberfläche sich glatt und poliert anfühlt.

   Wir hatten diese Paste früher schon im Sortiment, sie wegen dem vergleichsweise hohen Preis aber aus dem Verkauf genommen. Aufgrund des hervorragenden Testergebnisses bieten wir die Paste jetzt wieder an und werden versuchen sie zukünftig direkt vom Schweizer Hersteller günstiger zu beziehen.

 

Platz 2 ist zugleich unser Preisleistungssieger. Mit der deutlich preisgünstigeren AKO Metallpolitur konnte ich ebenfalls ein stattliches Stückchen auspolieren. Der Kupferglanz wirkt sogar noch besser als beim Sieger, allerdings war etwas mehr Kraftaufwand nötig.

 

Platz 3 geht an ein normales Waschmittel in Pulverform. Ich habe mit einem feuchtem Lappen, getaucht in Frosch Aloe Vera Waschpulver und etwas Druck ein durchaus sehenswertes Stückchen Kupfer auspolieren können. Das Waschmittel polierte dabei nicht so tief wie die beiden Gewinner. Ich denke man könnte mit doppeltem Zeit- oder Kraftaufwand das gleiche Ergebniss erzielen.

 

Platz 4 wird Sie vielleicht überraschen: mit einer Mischung aus Ketchup und Salz konnte ich eine noch größere Stelle auspolieren als mit dem Waschpulver. Allerdings scheint die Farbe des Kupfers dabei leicht stumpf zu werden. Ketchup alleine, ebensowenig wie Salz alleine zeigten kaum Wirkung. Auch die Stelle die ich zum Vergleich mit Senf und Salz poliert habe zeigt kaum sichtbare Spuren.

 

   Die anderen, teilweise auch sehr teueren Spezialprodukte aus dem Industriebedarf zeigten allesamt kaum oder nur sehr wenig Wirkung. Umso mehr begeisterte mich der Effekt von der Ketchup-Salz Mischung. Ebenso wie beim Waschmittel nehme ich aber an das die leicht schleifende Wirkung der Körner ihren Teil zu diesem guten Ergebnis beigetragen haben.

 

Ketchup und Salz als Politur?

 

Fazit:

 

Man kann auch mit einfachen Mitteln gute Ergebnisse erzielen und das Kupfer auf Hochglanz zurückzupolieren. In jedem Fall aber bedeudet das Polieren Arbeit. Es empfiehlt sich deswegen um so mehr Kupfer direkt nach der Politur zu schützen. Hierzu werde ich demnächst einen weiteren Test starten. Die Ergebnisse kann ich Ihnen dann aber erst in eingen Jahren mitteilen wenn man eindeutig sehen kann in wie weit welche Versiegelung das Kupfer auf Dauer konservieren konnte.

 

   Oftmals wird Kupfer von Werk aus mit einem Schutzlack überzogen. Wir hatten aber auch verschiedene Versuche mit Möbel- und Autowachsen unternommen und nichts negatives feststellen können. Aus heutiger Sicht empfehlen würde ich Ihnen eine regelmäßige Nachbehandlung durch ein Kupfertuch oder eine richtige Versiegelung mit einem eigens dafür hergestellten Spezialmittel. 

 

Testkessel mit Polierspuren

 

Und was ist mit Zitrone?

 

   Das allergrößte Stück dunkler Oxidation habe ich mit einer Zitrone, getaucht in Salz, freibekommen. Auch kann man deutliche Spuren am Kessel sehen wo der Zitronensaft heruntergetropft ist. Fast könnte man meinen Zitrone wäre am besten geeignet. Einfach auftragen und schön atzt sich die Oxidation weg. Aber Zitrone greift ebenso wie Schwefelsäure das Kupfer an. Es wird nicht gereinigt sondern abgetragen, der gewünschte Kupferglanz weicht einem unansehnlichen Schweinchenrosa.

   Ich hoffe dieser Test war auch für Sie interessant und Sie können mit den Ergebnissen etwas anfangen. Ich freue mich darauf Ihnen bald den nächsten Rundbrief präsentieren zu dürfen und wünsche Ihnen noch einen wunderschönen Januar

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Das Destillatio Team 2008

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Ihr Kai Möller

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