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Lavendel, Rosen & Geranien - oder doch was anderes?

Beitrag vom 01.07.2016 11:41 Uhr

Ich bin eben von der Rosenöl-Ernte in Bulgarien zurück und freue mich, meine neuen Erfahrungen hier mit Ihnen teilen zu können..

Zuerst ist mir aufgefallen, dass man auch in Bulgarien die Destillen mehrfach benutzt. Die früher einzeln verteilten Kupferdestillen sind großen Industrieanlagen gewichen und diese sollen möglichst mehrfach jährlich ausgelastet werden.

Nach der Rosenernte wird Lavendel destilliert und danach dann die Geranien. So können wir das Zuhause auch machen ...

Hier habe ich kurz vor dem Regen noch einen Strauß Lavendel als "Duftbaum" im Destilliermobil gepflückt. Lavendel hat viele Vorteile beim Destillieren.

Lavendel destillieren

1.) Lavendel ist relativ stark ölhaltig und kann auch in einer Minidestille gut verarbeitet werden. Bis zu 1 ml ätherisches Öl und 300 ml Hydrolat sind in einem Durchgang mit der 0,5 Liter Kolonne möglich!

2.) Lavendel sollte tagsüber, am besten in der Mittagssonne geerntet werden, weil da die Ölkonzentration am höchsten ist. Das ist wesentlich bequemer als in der Morgendämmerung.

3.) Lavendel sollte vor der Destillation einige Tage getrocknet werden. Dadurch ist er pflegeleicht. Lavendel muß nicht gleich nach der Ernte frisch destilliert werden!

4.) Lavendel wächst überall. Ob im Süden oder im Norden - oder so wie hier auf dem nächsten Bild, bei uns im Garten (des Aromamuseums)

5.) Lavendel ist extrem vielseitig einsetzbar. Nicht nur das ätherische Öl, auch das Hydrolat (Pflanzenwasser) eignet sich sehr gut sowohl für kosmetische Anwendungen (Hautpflege, Cremes), als auch für medizinische (Akne, Insektenstiche, etc.), als Duft (Parfums, Duftlampe) und natürlich in der Küche (Eis, Tee, Süßes, Deftiges).

Der Lavendelstrauß, den ich auf dem vorherigen Bild gepflückt habe, genügt, um knapp 1 ml ätherisches Öl zu destillieren. Zum Vergleich zeige ich Ihnen gleich noch was es mit den Rosen auf sich hat ...

Lavendel destillieren

1 ml ist gar nicht soooo wenig!

Dieses Bild gefällt mir besonders gut, weil man sehen kann, wie viel ein Milliliter überhaupt ist. Für den Hobbybereich nämlich eine durchaus stattliche Menge!

Bei stärk ölhaltigen Pflanzen wie Nelken und Wacholder, aber auch Lavendel, Minze, Basilikum., Thymian, Rosmarin, Majoran etc, ist es durchaus möglich, auch in einer Mini Brennerei wie der oben angebotenen Kolonne solche Mengen zu Hause herzustellen und zu verarbeiten.

Das hier gezeigte Bild zeigt 1 ml frisches Rosenöl (Rosengold) welches ich in Bulgarien gekauft habe. Falls Sie sich sehr für Rosen interessieren, dann empfehle ich Ihnen eine Reise im Juni, pünktlich zum Ende der Rosen-Destillationen, zum Rosenfest in die Stadt Kazanlak (Bulgarien).

Dort finden Sie das Aroma Research Institut, ein soeben neu eröffnetes Rosenmuseum sowie allerlei andere Besonderheiten rund um das berühmte Tal der Rosen.

Rosenöl

Rosenöl selber herstellen?


Versuchen Sie es am besten gar nicht erst. Nicht umsonst wird das "Rosengold "teuer gehandelt. Auf dem Bild sehen Sie eine bulgarische Erntearbeiterin mit zwei Säcken frisch gezupfter Rosenblätter.

Bei Rosen ist die Konzentration an ätherischen Ölen in den frühen Morgenstunden am höchsten. Die Blätter müssen frisch gezupft und sofort destilliert werden. Die Menge eines Sackes entspricht etwa dem, was man Destillieren muß, um einen Milliliter Rosengold zu erhalten. Fast wie in dem Film "Das Parfum" zu sehen, ist der Ertrag bei Rosen viel zu niedrig, um mit unseren legalen Destillen auch nur einen einzigen Tropfen erhalten zu können, selbst wenn wir die speziellen ölhaltigeren und edel duftenden Damaszener Rosen zu Hause haben und verarbeiten könnten.

Beim "Ausspionieren" einer Rosenöl-Destillation in Bulgarien wurde ich aggressiv vom Sicherheitsdienst davongejagt. Offensichtlich möchte man die industrielle Dimension einer heutigen Destillieranlage nicht gerne zeigen, weil das die idyllische "Romantik" hinter dem Rosenduft angreifen könnte.

Rosenöl destillieren

Ein Bild ist mir trotzdem geblieben. Es zeigt die Männer beim Befüllen der gigantischen Destillieranlagen. Hier wird nicht durch Dampf destilliert! Das ist wichtig zu wissen. Die ätherischen Öle und Hydrolate der Rosen werden nicht durch Wasserdampf-Destillation entzogen.

Falls Sie selber ein Rosenwasser (Hydrolat) herstellen möchten, dann füllen Sie den Kessel Ihrer Destille einfach mit frischen Rosenblättern und Wasser und destillieren ohne dabei eine Kolonne zu verwenden!

Rosenöl destillieren

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