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Rosenöl & Rosenwasser

Beitrag vom 27.06.2013 11:58 Uhr

Heute geben wir Ihnen die besten Tipps zur Destillation von Rosenöl und Rosenwasser. Zunächst beginnen wir aber mit einer kleinen Erzählung:

 

Die Reinigung Jerusalems mit Rosenwasser Rosenfelder in Bulgarien - Damaszenerrosen zur Destillatio

   Als Saladin im Jahre 1187 Jerusalem eroberte, brachte er als erstes 500 mit Rosenwasser beladene Kamele in die Stadt. Er verschonte die Einwohner und benutzte das Rosenwasser um die Stadt und ihre Einwohner von aller Unreinheit befreien. Rosen wurden damals großflächig angebaut und Rosenwasser war ein kostspieliges Handelsgut. Die Reingung der Stadt Jerusalem aber war es wert ...

Damals wie heute schätzte man die reinigende Wirkung von Rosenwasser ebeso zur körperlichen wie zur spirituellen Reingung!

Rosenwasser wirkt regenerierend und beruhigend auf die Haut, der Duft förderd die Konzentration und wirkt ausgleichend, aber auch euphorisierend und aphrodisierend. Auch in der Küche ist Rosenwasser eine Bereicherung, zahlreiche Rezepte zeugen von den kulinarischen Eigenschaften. 

   Aber wo bekommt man echtes Rosenwasser her? Natürlich kann man im Drogeriemarkt oder im Basar Rosenwasser kaufen. Aber wer garantiert, dass es sich um echtes Rosenwasser handelt?  Wenn man Glück hat, erhält man ein „Rosenwasser“ Imitat aus in Wasser eingelegten Rosenblüten, einen sogenannten Auszug (oder Mazerat). Noch häufiger anzutreffen ist die Variante mit künstlichem Rosenaroma – mit echtem Rosenwasser haben beide nichts gemein.

   Echtes Rosenwasser ist ein Hydrolat, also ein Pflanzenwasser welches man ebenso wie Rosenöl durch die Destillation von Rosenblüten gewinnt. Rosenöl ist das kostbarste aller ätherischen Öle und relativ aufwändig in der Herstellung. Man benötigt pro Tropfen Öl mindestens ein Kilo frisch in der Morgendämmerung geerntete Rosenblätter - oder anders ausgedrückt, für einen einzigen Liter Rosenöl braucht man etwa 4 Tonnen Blüten! 

 

 

Kann man Rosenwasser selbst herstellen?Rosenblüten zum Destillieren von Rosenöl und Rosenöl in Bulgarien

   Ja natürlich, das sagenumwobene Rosenwasser selber herzustellen wäre kein Problem. Theoretisch zumindest, denn tatsächlich werfen uns die strengen deutschen Behörden mächtige Steine in den Weg. Nach deutschem Gesetz ist der Besitz einer Destillieranlage mit einem Brennkessel von über 0,5 Liter Volumen für private Personen verboten. Gewerblich dürfen Sie auch wesentlich größere Destillen benutzen, aber privat kennt das Gesetz leider keine Ausnahmen und wir müssen uns mit kleinen Tricks behelfen, wenn wir Rosenwasser legal herstellen möchten.

 

 

 

Destillation von Rosenwasser:Rosenwasser und Destillen im Iran

   Sie benötigen eine Destille und einen möglichst starke Heizplatte. Damit das Aroma nicht zerkocht und danach nur nach "Artischocken" riecht ist es sinnvoll den Kessel möglichst schnell aufzuheizen. Vom Prinzip her genügt es den Kessel mit Blättern zu befüllen und mit Wasser aufzugießen. Hier können Sie gleich warmes Wasser verwenden um danach etwas schneller aufheizen zu können. Um so mehr Blüten Sie in den Kessel bekommen - um so intensiver wird das Ergebnis.

   Dann heizen Sie möglichst kräftig ein und fangen den Dampf am Ende des Kühlers wieder auf. Vergessen Sie nicht rechtzeitig den Kühler Ihrer Destille mit kaltem Wasser zu füllen. Bei kleinen Destillen können Sie auch Eiswürfel in den Kühler geben, bei größeren Anlagen lassen Sie Wasser nachlaufen.

   Sobald der Siedepunkt erreicht ist steigen die Dämpfe des Wassers auf und schleppen Öle und Duftstoffe der Rosenblätter mit sich. Diesen Vorgang nennt man auch Schleppdestillation. 

   Rosenöle und Hydrolate werden in der Regel direkt im Kessel und nicht mittels Dampfdestillation destilliert. Falls Sie eine Dampfdestille benutzen möchten, empfiehlt es sich zuerst den Kessel aufzuheizen bis das Wasser kocht und der Dampf aufsteigt - und dann erst die Kolonnen oder den Dampfraum aufzusetzen und die Destille schnell zusammenzubauen.

 

 

Destillation von Rosenöl?Rosenöl Destillieren mit destillatio

   Eine Rosenöl Destillation ist exakt das gleiche wie eine Rosenwasserdestillation, nur brauchen Sie wesentlich größere Mengen an Rosenblüten und eine entsprechend größere Destille. Sie erhalten dann eine große Menge Rosenwasser, das Rosenöl schwimmt in einer dünnen Schicht oben auf und kann mit einem Olabscheider oder einer Pipette vom Rosenwasser getrennt werden. 

   Legal ist es wegen der gesetzlichen Einschränkungen in Deutschland kaum möglich Rosenöle selbst herzustellen. Ein Hydrolat selbst zu machen ist dagegen kein Problem. Und natürlich kann man Pflanzenwasser auch aus anderen Pflanzen gewinnen. Bei stark ölhaltigen Pflanzen wie Lavendel oder Minze kann man sogar ätherische Öle mit einer 0,5 Liter Destille herstellen. Wir haben es probiert und die besten Destillen für Sie entwickelt.

   Wenn Sie eine Rosenwasserdestillation ansehen möchten, empfehle ich die Folge „Rosenduft“ aus der Sendung mit der Maus, die man beim WDR kaufen oder bei iTunes als Podcast laden kann.

Viel Spaß beim Destillieren

Ihr Kai Möller

Nachstehend finden Sie unsere Empfehlungen zur Destillation von ätherischen Ölen und Hydrolaten