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Zu hoher Alkoholgehalt durch Klimawandel?

Beitrag vom 08.05.2013 07:33 Uhr

Strategien zur Vermeidung überhöhter Alkoholgehalte im Wein? So lautet die Überschrift eines Artikels in der Fachzeitschrift "Getränke - Technologie und Marketing für die Getränkeindustrie".   

   Angeblich haben deutsche Weine heute durch den Klimawandel überhöhte Alkoholgehalte und die sollen sich negativ auf das Aroma im Wein auswirken. Seltsam, ich dachte bislang immer ein guter Wein braucht Sonne. Rund um meine Heimatstadt Würzburg ziehen sich die Weinberge am Main entlang um ein wenig extra Sonnenlicht, rückreflektiert durch den Fluß zu ergattern.

   Ich war der Meinung das man die eher sonnenarmen Weine, beispielsweise aus der französischen Charente lieber destillieren sollte. Etwa so wie es in der Stadt Cognac geschieht wo der berühmte gleichnamige Weinbrand entsteht. Aus einem "schlechten" Wein gewinnt man beste Brandys. Auch die eher sonnenarmen Weine des spanischen Nordens werden zu Weinbrand destilliert um später in den Bodegas der andalusischen Stadt Jerez zu den weltbesten Brandys zu reifen.

   Was Winzer nur für Probleme haben. Brenner wären froh um das eine oder andere zusätzliche Prozent in der Maische. Es scheint aber tatsächlich so zu sein, dass die höheren Temperaturen heutzutage die typischen regionalen Weinaromen Deutschlands beeinträchtigen und man nach Lösungen sucht den Alkoholgehalt zu senken. 

   In der Januar Ausgabe der Zeitschrift "Getränke" gibt es einen ausführlichen Bericht darüber, wie Winzer den Alkohol durch osmotische Destillation oder durch Vakuumdestillationen aus ihrem Wein herausdestillieren können. Der Gesetzgeber erlaubt das herausdestillieren von 2%. Es entsteht eine neue Art der Dienstleistungen für Winzer, bei denen in professionellen Industriedestillieranlagen dem Wein die überzähligen alkoholischen Prozente abgenommen werden. Der Wein durchläuft dabei verschiedene Stadien von osmotischen Destillationen, Umkehrosmose und Vakuumdestillation. Das verbleibende Weinwasser wird danach dem Wein rückgeführt.

   Man fragt sich aktuell ob man durch entblättern der Weinstöcke den Alkohlgehalt schon vorher niedriger halten kann. Und ich denke dabei an den Würzburger Eiswein, bei dem die Trauben bis zum ersten Frost in der Sonne gehalten werden. Es will mir nicht wirklich einleuchten - und auch die Weinbauern fragen sich auf Kongressen und Tagungen ob diese Verfahren denn von uns Verbrauchern angenommen und akzeptiert werden. Mit dem liebevollen Keltern leckerer Hausweine, wie wir uns das in unseren Weinbaugebieten vorstellen, hat das abdestillieren von Alkohol jedenfalls nicht viel zu tun.

Seltsam, aber so steht es geschrieben ...

   Wenn Sie Ihren Wein noch auf natürlichem Wege selber herstellen möchten, helfen wir Ihnen gern eweiter. Auch ganz ohne Destillation bieten wir bei Destillatio alles zur Weinherstellung für den Hobbywinzer.

Mit den besten Wünschen

Kai Möller

Zubehör zur Weinherstellung bei Destillatio:

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