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Zuckerwasser mit Turbohefe einmaischen?

Beitrag vom 19.03.2015 00:51 Uhr

Zuckerwasser und Turbohefe

Liebe Freunde der Destillation,

 

Kai Möller, ehemaliger

der Winter klingt aus und die ersten Strahlen der Frühlingssonne scheinen mir ins Dachfenster. Ist das zu früh zum Destillieren oder Einmaischen weil es noch nichts zu Ernten gibt?

Nein, natürlich nicht. Es gibt immer etwas zu tun im Reich der Destillation.

   Wer im Herbst fleißig geerntet und Eingemaischt hat kann jetzt die Maische abdestillieren.

 

   Whisky, Wodka und Korn sind zeitlos und können das gesamte Jahr über gemaischt und destilliert werden. Getreide und Kartoffeln stehen immer zur Verfügung!

   Für uns kleine Hobbybrenner bietet es sich jetzt an jetzt die nötigen Grundlagen für die kommenden Monate zu schaffen. Genau das möchte ich Ihnen gerne mit diesem Rundbrief zeigen.

 

Eine Alkoholische Grundlage aus Zuckerwasser?

 

Turbohefe und Zuckerwasser - die ideale Grundlage für eigene ExperimenteIst das nicht ekelhaft werden Sie sich vielleicht fragen? Eine Maische aus Zuckerwasser?

 

   Tatsächlich könnte man eine Zuckermaische aber sogar trinken. In Schweden gibt es zahlreiche Essenzen die mit der fertig vergorenen Zuckermaische vermischt werden und die man dann direkt trinken kann. Auch ohne vorherige Reinigung durch das Destillieren.

 

 

Ein großer Topf darf nicht fehlen   Glücklicherweise ist das bei uns nicht nötig. Unsere Alkoholsteuer bewegt sich auf normalem Niveau und wir können uns ohne weiteres einen echten Wein oder Likör leisten. Auch wenn Zuckermaische mit Turbohefe sehr rein und sauber vergärt - es fehlt jedes natürliche Aroma.

 

   Bei der Geistherstellung und Aromatisierung von Alkohol, ebenso wie im Parfum oder Heilmittelbereich benötigen wir aber einen aromaneutralen Alkohol! 

 

Zucker ins kochende Wasser zugeben   Im wesentlichen ist es völlig egal woraus wir unsere Grundlage schaffen. Alkohol ist Alkohol und mit der Turbohefe-Zucker Variante können auch Anfänger sicher und sauber vergären und sich selbst eine gute Grundlage für spätere Experimente schaffen. In Kombination mit der optimalen Hefe sind Fehlgärungen oder unerwünschte Nebeneffekte nicht zu erwarten. Alles ist aufeinander abgestimmt und das Ergebniss kann sich immer sehen lassen!

 

So erreichen wir bis zu 20% in 5 Tagen

 

 

   Für 25 Liter Maische benötigen wir ein Päckchen Turbohefe, 8 Kilo Zucker, 21 Liter Wasser, einen großen Topf und einen ausreichend großen Gärbehälter. Sie können ohne Probleme auch nur die Hälfte oder ein Viertel einmaischen.

 

Heißes Zuckerwasser in den Behälter einfüllen - aber nichts daneben schütten!   Da die Maische relativ hochprozentig und daher lange haltbar wird, lohnt es sich alles auf einmal einzumaischen, selbst wenn man später nur mit einer 0,5 Liter Destille weiterverarbeiten darf. Ich verwende am liebsten die 30 Liter Speidel Behälter, auch weil man dank dem Ablaufhahn später bequem die benötigte Menge abzapfen kann.

 

Tipp zum besseren Verflüssigen des Zuckers:

 

   Auf dem Hefepäckchen ist zu lesen das man den Zucker in 40°Grad warmen Wasser auflösen soll. Hier empfehle ich abweichend von der Beschreibung den Zucker zunächst in einem großen Topf aufzukochen. Es ist für eine reintönige Vergärung wichtig dass sich der gesamte Zucker vollständig auflöst. Man kann das auch an der klaren Farbe des aufgekochten Zuckerwassers sehen welches vorher eher milchig und trüb wirkt.

 

 

Wichtig: beachten Sie die Temperatur   Ich bringe 6 Liter Wasser zum kochen und rühre dann meine 8 Kilo Zucker ein. Im Idealfall kann ich 20% Alkohol innerhalb von 5 Tagen erhalten was eine sehr gute Grundlage für alle späteren Destillationen gibt.

Wichtig: achten Sie auf die Temperatur!

 

   15 Liter Wasser gebe ich in den sauberen, am besten sterilisierten, Maischebehälter und gieße dann mit der heißen Zuckerlösung aus dem Topf auf. Im Maischefass sollten jetzt knapp über 25 Liter Zuckerwasser sein.

 

Vorsichtig die Hefe zugebenEs ist extrem wichtig die Temperatur zu messen. Rühren sie gut um, am besten mit einem Maischelöffel und kontrollieren Sie die Temperatur mit einem zuverlässigen Thermometer. Ihre Maische darf keinesfalls mehr als 32° Grad warm sein weil sonst die Hefe abstirbt! Das ist wichtig zu wissen. Um sicher zu gehen und wirklich erstklassige Ergebnise zu erzielen, sollte die Temperatur Ihrer Maische zwischen 20 und 30° Grad liegen, wenn Sie die Hefe einrühren!

 

Sauerstoff und Lagerung?

 

Einblick in den Maischebehälter   Anfangs darf die Maische gerne Sauerstoff vom Befüllen, Umrühren oder Transportieren des Behälters enthalten. Dannach sollten Sie den Behälter an einem warmen Ort stehen lassen. Der Hersteller empfiehlt Temperaturen bis zu 32° Grad.

   Sie dürfen die Maische also gerne im Heizungskeller oder an einem anderen warmen Ort aufbewahren. Ideal wäre eine durchgehend gleichbleibende Temperatur, was aber meistens nicht möglich ist.

 

 

 

Umrühren mit dem Maischelöffel   Bei mir steht die Maische später bei Raumtemperatur neben einem Heizkörper auch wenn ich die versprochenen 20% so nicht ausreizen kann. Wer es gut meint kann sich ein Schwimmthermometer anschaffen und die Temperatur der Maische dauerhaft überwachen - und wer es noch besser meint kann den Behälter mittels einem Heizgürtel beheizen.

 

 

Wann ist die Gärung zu Ende?

 

Verschließen des Behälters   Der Hersteller empfiehlt eine Vergärung ohne Gärspund weil die Gärung unter Umständen recht heftig verlaufen kann. Ich verwende trotzdem den original Speidel Gärspund zum Fass, auch um den Gärverlauf zu kontrollieren.

   Der Gärspund ist ausreichend groß dimensioniert um auch eine heftige Gärung verarbeiten zu können. Zugleich verhindert er das Eindringen von Sauerstoff und Bakterien wewegen ich die Verwendung unbedingt empfehlen würde.

 

 

 

Der Speidel Gärspund in Aktion   Während der gesamten Vergärung steigen Gase aus dem Behälter auf. Der Gärspund hebt und senkt sich. Man kann die Gärung hören und sehen. Hier habe ich einen kurzen Film bei YouTube für Sie hochgeladen. Wenn dieser Prozess vorbei ist, dann ist auch die Gärung beendet. Warten Sie lieber noch einen Tag ab um sicher zu sein. 

   Sie haben jetzt 25 Liter einer guten Ausgangsgrundlage zum weiterverarbeiten. Was Sie damit alles machen können zeige ich Ihnen in einem der nächsten Rundschreiben.

 

   Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Einmaischen und verbleibe mit geist- und gehaltvollen Grüßen

 

Ihr Kai Möller